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SPITAL 1526: Gelungener Auftakt
Erstelldatum05.05.2026



Auf großes Interesse stieß die Eröffnung der neuen Sonderausstellung zur Geschichte des Nürtinger Spitals am Donnerstag, den 30. April: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher füllten die Räume, die Stimmung war durchweg heiter und gespannt zugleich. Kulturamtsleiterin Susanne Ackermann und Museumsleiterin Melina Wießler begrüßten das Publikum herzlich und führten in das Thema der Ausstellung ein, die die facettenreiche Geschichte des Spitals über viereinhalb Jahrhunderte hinweg beleuchtet.
Bereits zur Begrüßung zeigte sich, wie groß das Interesse an der Nürtinger Stadtgeschichte ist: Der Bereich vor der Abteilung zur Industriegeschichte war dicht gefüllt. Zu einem besonderen Programmpunkt führten Wießler und Stadtarchivarin Kathrin Siekmann die Anwesenden in die ehemalige Hölderlinabteilung.
Dort wurden fünf originale Dokumente aus dem Stadtarchiv präsentiert, die eigens für die Eröffnung sowie das darauffolgende Wochenende ausgestellt waren. Museumsleiterin und Archivarin erläuterten die Stücke anschaulich, legten sie einzeln vor und gaben durch das Vorlesen ausgewählter Passagen lebendige Einblicke in Schreibweise und Sprachstil vergangener Jahrhunderte. In ein Rätsel, vor dem die beiden anfangs standen, zogen sie das Publikum spielerisch mit ein: Es galt, Seitenzahlen in einem Buch aus dem Jahr 1570, die auf einer Mischung aus römischen und arabischen Zahlen basierten, und ihre Systematik zu erraten.
Ein herausragendes Highlight bildete ein Dokument aus dem Jahr 1778: Ausgestellt von Kaiser Joseph II., genehmigte es der Stadt Nürtingen, Johann Christoph Gok, Stiefvater Friedrich Hölderlins, als ersten bürgerlichen Lehensnehmer eines kaiserlichen Lehens einzusetzen.
Die Ausstellung selbst widmet sich der zentralen Frage, welche Aufgaben das Nürtinger Spital seit seiner Gründung vor 500 Jahren erfüllte. Entgegen der heutigen Bedeutung des Begriffs war es nie ein Krankenhaus, sondern übernahm vielfältige soziale, wirtschaftliche und bildungsbezogene Funktionen. Das Spektrum seiner Aufgaben reichte von der Versorgung Bedürftiger über die Unterstützung in Krisenzeiten bis hin zur Finanzierung von Schulen und der Vergabe von Krediten.
Mit der gelungenen Eröffnung und dem großen Besucherandrang ist der Auftakt für die Sonderausstellung mehr als geglückt. Sie lädt dazu ein, die Geschichte des Nürtinger Spitals und seine Bedeutung für die Stadt aus nächster Nähe zu entdecken.