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Dauerausstellung im Hölderlinhaus

Dauerausstellung im Hölderlinhaus

„Möchtʼ ich ein Komet sein?“ Hölderlins Bildungswege und Nürtingen

Kindheit und Jugend verbrachte der Dichter Friedrich Hölderlin in „der Mutter Haus“ in Nürtingen. Als Erwachsener brach er immer wieder von seiner „Vaterstadt“ aus auf, und kehrte ebenso oft dorthin zurück. Hier schrieb und überarbeitete er zahlreiche seiner Werke. Die Dauerausstellung im Hölderlinhaus führt das großzügige Leben der Familie Hölderlin-Gok plastisch vor Augen, aber auch die engen Schranken einer erwarteten Laufbahn als Pfarrer, denen Hölderlin als freier Schriftsteller stets zu entrinnen suchte.

Auch als Ort der Bildung hebt die Ausstellung das Gebäude hervor: Die längste Zeit diente es als Schule. Hölderlin entwickelte selbst pädagogische Vorstellungen: Höchste Bildung des Menschen führt zur Einheit von Ich und Welt – wenn auch der Weg dahin eine krumme Bahn ist, ähnlich der eines Kometen und häufig voller „Widersprüche“ und „Verirrungen“.

Erkunden Sie die Ausstellung zu unseren Öffnungszeiten, nehmen Sie an öffentlichen Führungen teil oder buchen Sie für Ihre Gruppe eine individuelle Führung!

Einen Eindruck von der Ausstellung können Sie sich vorab mit dem Ausstellungsführer PDF-Dokument1,95 MB20.01.2026 machen.

Mehr zur Ausstellung

Die multimediale Dauerausstellung über Hölderlins Bildungswege und Nürtingen hat seit ihrer Eröffnung im April 2023 viel positive Resonanz gefunden. In der einstigen Beletage, dort, wo die Familie Hölderlin-Gok über 20 Jahre gelebt hat und wo in späteren Zeiten mehr als zweihundert Jahre lang Kinder die Schulbank drückten, wurde eine moderne Ausstellung eingerichtet. An Schulpulte erinnernde Tischvitrinen laden zur interaktiven Beschäftigung mit den gezeigten Dokumenten ein. Hölderlins Lebensstationen werden vorgestellt: Nürtinger Kindheit und Schulzeit in der Lateinschule, Naturerfahrungen rund um den Neckar, aber auch seine Studienjahre in Tübingen sowie seine Hauslehrerstellen in Waltershausen und Frankfurt. Bildungswege gekrümmt wie Kometenbahnen, die zwischen Aufbruch und Heimkunft pendeln. Nicht nur Hölderlin-Spezialisten kommen dabei auf ihre Kosten: Spielerische Elemente wie erläuternde Klapptäfelchen und Pult-Schubladen, eine Wörter-Magnet-Wand sowie „Hyperion“ als Playmobil-Trickfilm oder Abreißzettel mit Hölderlinzitaten zum Mitnehmen bieten einen spannenden Zugang zu Hölderlins Biografie und literarischem Kosmos. Hölderlin, der zeitlebens das Nürtinger Bürgerrecht besaß, ist mitten in der Stadt wieder angekommen: an einem lebendigen Ort der Begegnung für Menschen von heute.

Die Dauerausstellung „Möcht’ ich ein Komet sein?“ wurde 2024 mit zwei renommierten Preisen ausgezeichnet: Zum einen hat sie beim wichtigsten deutschen Kreativwettbewerb im Rahmen des Art Directors Club-Festivals in Hamburg eine Auszeichnung erhalten. Der Art Directors Club Deutschland ist ein Verband von führenden Köpfen aus der Werbe- und Kreativbranche. „Diese hochkarätige Ehrung ist nur zu verdient, weil es das Team um Dr. Jens Kloster und Christian Vogel (damals BOK & Gärtner, Münster) gelungen ist, eine inhaltlich tiefe und atmosphärisch dichte Präsentation zu schaffen, die zudem Authentizität mutig neu interpretiert“, so Prof. Dr. Thomas Schmidt vom Deutschen Literaturarchiv Marbach, der das Projekt von Beginn an beratend begleitet hat. Zum anderen wurde sie mit dem Red-Dot-Award 2024 Brands & Communication Design prämiert. Der Red-Dot-Design Award hat sich als eines der weltweit begehrtesten Qualitätssiegel für gute Gestaltung etabliert.

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